FLÄCHE UND ÖKOLOGIE

 
FLÄCHENVERBRAUCH UND BIODIVERSITÄT

Die Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme, die Vermeidung von Landschaftszerschneidung und der Erhalt oder gar die Erhöhung der biologischen Vielfalt sind etablierte Themen. Ökologische Wirkungen müssen spätestens im Bebauungsplanverfahren geprüft und berücksichtigt werden. Dabei haben neue Projekte in Abhängigkeit von den damit einhergehenden baulichen Veränderungen und ihrer Lage zweifelsfrei ökologische Auswirkungen: Die Bodennutzung und -versiegelung werden verändert, Flächen im Freiraum können neu in Anspruch genommen und Lebensräume zerschnitten oder eingeschränkt werden. RegioProjektCheck ermöglicht die frühzeitige Prüfung ökologischer Wirkungen anhand etablierter Indikatoren.

Das Werkzeug stellt die Veränderung der bebauten Fläche durch das Projekt in den Vordergrund und bewertet sie hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und die ökologische Wertigkeit. Konkret werden im Wirkungsfeld "Fläche und Ökologie" Auswirkungen auf drei unterschiedlichen Bausteinen betrachtet:

 

BAUSTEIN BODENFUNKTIONEN DER PROJEKTFLÄCHE

Zunächst werden die Effekte der unterschiedlichen Bodenbedeckungsarten auf der Projektfläche im Hinblick auf die natürlichen Bodenfunktionen (zum Beispiel Regenwasserversickerung) analysiert und bewertet. Herangezogen wird hier der Indikator der ökologischen Flächenleistung. Für die Wirkungen eines Projektes ist die Bodenversiegelung eine maßgebliche Stellschraube. Die Bewertung der ökologischen Flächenleistung erfolgt nach einem feststehenden Bewertungsverfahren, wobei für die Betrachtung im RegioProjektCheck ein Vergleich des Zustands der Bodenbeckung vor und nach der Projektrealisierung vorgenommen wird.

 

BAUSTEIN LANDSCHAFTSZERSCHNEIDUNG

Weitergehend findet eine Betrachtung der Wirkungen des geplanten Projektes auf Lebensräume durch Landschaftszerschneidung statt. Diese Betrachtung erfolgt auf regionaler Ebene, da Landschafts- und Lebensräume grundsätzlich unabhängig von kommunalen Grenzen bestehen. Wesentliche Grundlage sind hier die unzerschnittenen verkehrsarmen Räume (UZVR). Dies sind zusammenhängende Landschaften, die beispielsweise nicht durch größere Verkehrstrassen oder Siedlungen getrennt sind. UZVR haben eine besondere Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität. Herangezogen werden hier zwei Indikatoren: Die Betroffenheit von UZVR und die Begegnungswahrscheinlichkeit. Während für den ersten Indikator der Schutz besonders großer UZVR im Vordergrund steht, bewertet der zweite Indikator die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei Individuen einer Art innerhalb eines Raumes auf einer UZVR befinden und somit potenziell begegnen können.

 

BAUSTEIN SCHUTZGEBIETE UND FLÄCHENVERBRAUCH

Im dritten Baustein erfolgt eine Einordnung der Projektfläche in den regionalen Kontext. Betrachtet wird, inwiefern bestehende Schutzgebiete wie Naturparks oder Naturschutzgebiete betroffen sind. Weitergehend wird berücksichtigt, ob (besonders) schutzwürdige Böden durch das geplante Projekt tangiert werden. Ergänzt wird diese Betrachtung durch die Bewertung der Integration des geplanten Projektes in den Siedlungskörper. Abseits der baurechtlichen Festlegung des Innen- und Außenbereichs stellt der Integrationsgrad auch einen Indikator zur Messung der Innenentwicklung dar. Der Indikator der Wohnflächendichte, der für Wohngebiete ermittelt wird, dient der Messung der Nutzungseffizienz der Ressource Fläche. Da die Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Verdichtung lokal und regional stark variieren, werden die bestehenden raumstrukturellen Ausgangsbedingungen im Rahmen der Bewertung berücksichtigt.

Prinzipskizze zu den betrachteten Effekten im Wirkungsfeld "Fläche und Ökologie"

Kartengrundlage: ESRI Grundkarte, Geologischer Dienst NRW

Beispiel für die Darstellung zur Betroffenheit schutzwürdiger Böden