IMPLEMENTATION IN MODELLREGIONEN

 

RegioProjektCheck ist für eine Betrachtung im regionalen Kontext konzipiert. Interkommunale Verflechtungen und Wirkungszusammenhänge werden berücksichtigt und die Ergebnisse für die jeweils relevante Raumeinheit (z. B. Projektstandort, Kommune, Region) dargestellt. So können sich Wirkungen auch auf die kommunalen Grenzen beschränken.

RegioProjektCheck verfolgt den Ansatz, standardisierte Werkzeuge zu entwickeln, die grundsätzlich in allen Regionen Deutschlands angewendet werden können. Um dies gewährleisten zu können, arbeitet der RegioProjektCheck weitgehend mit frei verfügbaren Daten, die teilweise automatisiert geladen und aktualisiert werden oder bereits in die Werkzeuge integriert wurden. Dadurch ist eine schnelle und einfache Implementation in neuen Regionen möglich, ohne auf die Berücksichtigung regionaler Rahmenbedingungen verzichten zu müssen. Da in einer sehr frühen Planungsphase meist nur wenige Informationen vorliegen, beschränken sich die erforderlichen Angaben zu den betrachteten Projekten auf die maßgeblichen Größen, die bereits früh feststehen. Grundsätzlich besteht ergänzend aber auch die Möglichkeit, Detailgrößen zu berücksichtigen und anzupassen.

Der Fokus auf größere Projekte befördert bzw. erzwingt geradezu sowohl eine interdisziplinäre als auch eine interkommunale Perspektive einzunehmen. Um unterschiedliche Anforderungen zu berücksichtigen, wurden bereits in der Konzeptions- und Entwicklungsphase zwei Modellregionen, der Landkreis Harburg (Niedersachsen) und der Rheinisch-Bergische Kreis (Nordrhein-Westfalen), einbezogen. Darüber hinaus wurden die Werkzeuge in drei weiteren Regionen, Teilen des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (Niedersachsen), dem Kreis Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) und der Bezirksregierung Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen), getestet. Damit wurden verschiedene Regionstypen (u. a. Stadt-Umland) und Regionen mit unterschiedlichen bzw. prototypischen politisch-administrativen Systemen berücksichtigt. Um das neue Instrumentarium bestmöglich auf die Bedürfnisse kommunaler Planungsakteure auszulegen, wurden aus den Modell- und Anwendungsregionen verschiedene Akteure aus Kommunalpolitik und -verwaltung über Interviews und Workshops eingebunden.

 

Arbeitsschwerpunkte im Zeitverlauf

 

Zusätzlich zur lokalen Verankerung in den Modellregionen wurde der gesamte Prozess zur Entwicklung des RegioProjektCheck-Werkzeugkastens durch einen extern besetzten Beirat begleitet. Die Aufgabe des Beirates bestand darin, die Zwischenergebnisse in den einzelnen Wirkungsfeldern und die unterschiedlichen Ansätze zur Betrachtung der Nutzungen Wohnen, Gewerbe und Einzelhandel kritisch zu hinterfragen und Anregungen für die weitere Bearbeitung zu geben. Bei der Zusammensetzung des Beirates wurde deshalb auf eine breite fachliche Ausrichtung und unterschiedliche räumliche Perspektiven geachtet.

Mit der HafenCity Universität Hamburg (HCU), dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) aus Dortmund, dem Büro Gertz Gutsche Rümenapp (GGR) aus Hamburg sowie dem Institut Raum & Energie aus Wedel besteht das Projektkonsortium selbst aus vier Partnern aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung sowie Regional- bzw. Kommunalberatung, die bereits umfassende Erfahrungen in der Entwicklung von praxisnahen Werkzeugen zur Wirkungsanalyse aufweisen.